Fazit: Essenspakete sollten abgeschafft werden – Großes Medienecho und viel Diskussion

In der Woche vom 09. Bis 16. Juli 2013 fand die Aktion „Und? Schmeckt’s?“ unseres Arbeitskreises „Freund statt Fremd“ statt. Eine Woche lang haben Bamberger Prominente Essenspakete von Asylbewerbern getestet und ihre Erfahrungen dabei mit uns geteilt.

Das Feedback zu der Aktion hat uns als Veranstalter doch sehr überrascht. Die Teilnehmenden haben bei unserer Aktion nicht nur still mitgemacht, sondern sich dabei auch rege zu Wort gemeldet und ihre Meinung geäußert. Die tendenzielle Rückmeldung aller Beteiligten läuft dabei auf das Gleiche hinaus: Die Essenspakete sind auf Dauer eine Zumutung und sollten deshalb abgeschafft werden! Was uns besonders gefreut hat, ist dass viele der Teilnehmer sich in dieser Woche nicht allein mit dem Thema „Essenspakete“ beschäftigt haben, sondern den dahinter liegenden Mechanismus von Bevormundung und Einschränkung persönlicher Freiheit erkannt haben. Christian Ritter fiel z. B. bei einer Zugfahrt nach Dresden auf, dass seinem Tauschpartner diese Fahrt nicht möglich ist. Es war spannend zu beobachten welche Wirkungen die Essenpakete auf manche der Teilnehmenden hatten. Vielen war es nicht möglich mit den gelieferten Produkten vollständige Mahlzeiten zu kochen, so kam es dazu dass Spaghetti auch mal ohne Soße auf dem Teller landeten. Manche taten sich auch sichtlich schwer ihren gewohnten Qualitätsstandart für Lebensmittel (z.B. biologisch angebaut oder laktosefrei) mit den gelieferten Produkten zu halten und sahen sich deshalb gezwungen ihren Speiseplan mit selbst gekauften Lebensmitteln zu erweitern. So haben die Kinder der Familie Grabinger/Härder schon nach zwei Tagen lauthals Vollkornbrote von ihrer Mama gefordert. Für andere hingegen war die soziale Kontrolle, die diese Aktion auf sie bewirkt hat so groß, dass sie sich, wie im Fall von Dirk Bayer als „Sündiger“ sahen, wenn sie ausnahmsweise von Freunden zu einer Pizza eingeladen wurden.

Besonders gefreut hat uns das unheimlich große Medienecho auf unsere Aktion: Sowohl der Bayrische Rundfunk, als auch viele deutsche Zeitungen, darunter die Süddeutsche und Focus Online haben über unsere Aktion berichtet. Zusammen mit der starken Präsenz in sozialen Medien wie Facebook und Youtube wurde damit eine öffentliche Diskussion angeregt, die hoffentlich weit über das Projekt hinausgeht und Verbesserungen an der Situation von Asylsuchenden in Bayern bewirkt. Dirk Bayer meinte z.B. überall wo er hingehe polarisiere das Thema der Essenspakete und  bewirkt somit dass sich die Öffentlichkeit mit der Thematik tiefgründig auseinandersetzt. Oberbürgermeister Andreas Starke hat mit seinem Brief an Ministerpräsident Seehofer ein erstes Zeichen gesetzt.  Wir hoffen wir haben mit dieser Kampagne einen Stein ins Rollen gebracht. Aus anderen Städten wie Coburg und München haben sich schon Interessierte gemeldet, die ähnliche Aktionen planen.

Für alle teilnehmenden Prominente und Asylsuchende findet am kommenden Donnerstag ein kleines Abschlussgrillen in der ESG am Markusplatz statt. Das Essen dafür kommt jedoch nicht mehr aus den Paketen. Versprochen.

Das komplette Feedback der Teilnehmer, sowie viele weitere Informationen zu der Aktion und den Essenspaketen sind auch auf unserer Homepage: www.essenspakete.wordpress.com nachzulesen.

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4 Gedanken zu “Fazit: Essenspakete sollten abgeschafft werden – Großes Medienecho und viel Diskussion

  1. Pingback: 1 Woche Test von Asylbewerber-Essen in Bamberg | Jus@Publicum

  2. Also bitte.
    Zitat:“Manche taten sich auch sichtlich schwer ihren gewohnten Qualitätsstandart für Lebensmittel (z.B. biologisch angebaut oder laktosefrei) mit den gelieferten Produkten zu halten und sahen sich deshalb gezwungen ihren Speiseplan mit selbst gekauften Lebensmitteln zu erweitern. “ Zitat ende.

    Wenn jemand aus einem Land kommt, wo er biologisch angebaute Lebensmittel bekommt, und das auch sein Standard ist der braucht kein Asyl! Lächerlicher Artikel, und schlecht recherchiert.

  3. Eine tolle Aktion. Ich habe immer wieder mitgelesen und heute das Interview mit einer Betroffenen gelesen. Mir war vorher nicht bewusst wie schlimm das ist was da abläuft, insofern gehe ich davon aus, dass die Aktion bei vielen Leuten zum Umdenken geführt hat.

  4. ja, in afrikanischen Flüchtlinglagern gibt es Vollkormbrot und biologische Produkte und alles lecker Gourmet Verpflegung. Ich denke, viele Empfänger ind froh, mal genügend Nahrung zu bekommen. Ich habe auch den Artikel im Focus gelesen. Wer 80 Brötchen für eine Woche bestellt und Kochzutaten aus denen man kein Gericht zusammenbekommt, was soll das bringen wenn die im Supermarkt selbst einkaufen?
    Die Verwendung der Gutscheine ist dann eh nicht zu kontrollieren. Gab es doch schon Beispiele wo so Kollegen

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