Mäc Härder: Nichts wird weggeschmissen, auch nicht die Schulbrote meiner Kinder

Mäc Härder berichtet regelmäßig auf Facebook über das Leben mit den Essenspaketen. Hier eine kleine Zusammenstellung seiner Beiträge:

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Donnerstag (abends):

Danke für Eure Tipps.
Wir haben zwei verschiedene Varianten ausprobiert:
1. in Zwiebel und Rapsöl angebratener Reis – lecker
2. Zwiebel gebraten in Rapsöl mit saurer Sahne – ungenießbar.
Es kommt heute um 18.05 im Bayer. Fernsehen in der Abendschau, auch mit Interviews von Asylbewerbern.
Heute läuft auch noch auf Bayern 2 und 5 ein Radio-Beitrag.
Jetzt warten wir auf die 2. Essenslieferung, hoffentlich sind Marmelade, Honig und Eier dabei, Eier brauchen wir dringend

Donnerstag (morgens):

Gestern Abend gab es Spaghetti mit Tomatensoße für die Kinder, die waren zufrieden, für uns gab es Brötchen mit Matjesheringe und, da ja nichts weggeschmissen wird, die restlichen Pausenbrote (Väter haben bekanntlich drei Aufgaben: 1. Vorleser 2. Lastenträger 3. Mülleimer).
Heute will das Bayer. Fernsehen kommen und einen Kurzbeitrag abends in der Frankenschau bringen.
Wir werden Hähnchen mit Reis kochen, aber es gibt keine Soße.
Hat jemand eine gute Idee?

Mittwoch:

259881_563170077057967_1663116214_nIch hätte noch zwei halbe Schulbrötchen meiner Kinder anzubieten mit feinem Edamer oder auch farbintensiver Salami.
Hier auf meiner facebook-Seite und im „ft“ gibt es auch kritische und ablehnende Stimmen zu den Essenspaketen und Asylsuchenden insgesamt. Wer will, möge hier weiter lesen.
Ich möchte hier an zwei historische Situationen erinnern:
1. Vor 80 Jahren flohen viele Deutsche vor dem Nationalsozialismus nicht nur in die Schweiz oder in die USA, sondern auch in die Türkei, insgesamt ca. 1000 Menschen. Die Türkei galt nach Atatürks Reformen als Hort der Freiheit.
2. Unter Katharina der Großen siedelte Abertausende von Deutschen in Rußland , Ukraine, Kasachstan. Sie flohen vor der Krieg und Armut in Deutschland.
Kurt Tucholsky drückte es so aus:
„Wer die Enge seiner Heimat begreifen will, der reise; wer die Enge seiner Zeit ermessen will, der studiere Geschichte.“
Wenn Flüchtlinge heute zu uns kommen wollen, seien wir dankbar. Es ist ein Zeichen für ein freies Land und für Wohlstand.

Dienstag: 

1000845_562864080421900_1155010717_nDas erste Essenspaket ist da. Ganz anders als erwartet.
Insgesamt acht große Plastiktüten, es ist mehr als genug, aber
in vielerlei Hinsicht das Falsche.
Wer braucht für zwei Tage 4 (vier!) Liter Pflanzenöl aus Raps?
40 Brötchen, 3 Pfund Butter, dazu 200 Gramm Scheibenkäse und 97 Gramm Salami.
Morgen kommt Bayern 1, die wollen was fürs Radio aufnehmen, da werde ich wohl Brötchen und Rapsöl tauschen – am besten gegen Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, denn die mitgelieferten, grünen Bananen brauchen noch zwei Wochen.
Auf dem Foto ein Teil der Plastiktüten

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