Tarek J. Schakib-Ekbatan: „Das Fett rumort in meinen Venen“

Blog2Tag1Tag 1, The Arrival: In meinem vegetarischen Paket war jede Menge Fisch, den habe ich gleich weggegeben. Natürlich hätte ich selbst die Liste anders ausgefüllt. Das Setting ist aber diesbezüglich so unrealistisch nicht. Wenn man neu in ein Asylbewerberheim kommt, bekomme man häufig zuerst noch das Paket des Vorgängers, erzählte mir Lucia bei der Übergabe der zwei Tüten.

Abends stand ich hungrig da und telefonierte mit allen mir zur Verfügung stehenden Großmüttern, um mal nachzufragen, was ich mit dem Kilo Mehl machen sollte. Denn ich hatte zwar Eier aber weder Hefe, Milch noch Olivenöl. Ohne diese Zutaten ist es schwierig aus Mehl etwas anderes zu machen als Mehl.

Schließlich riet mir meine Großmutter väterlicherseits, ich solle Pfannkuchen machen – um das Fehlen der Milch zu kompensieren, solle ich einfach einen Esslöffel Butter erhitzen.

Ich kam mir vor wie ein Süchtiger: ich stand mit hochgekrämpelten Ärmeln in der Küche und erwärmte gierig meinen Löffel.

Da ich kein Öl hatte benutzte ich auch Butter zum Braten in der Pfanne.

In der Nacht rumorte das Fett in meinen Venen, aber die Pfannkuchen waren ganz gut; Hauptgericht: Pfannkuchen mit Schafskäse, Nachspeise: Pfannkuchen mit Obst.

Es ist schon seltsam nicht denken zu dürfen „worauf habe ich Lust“, sondern, „was gibt das Paket her“. Und das ist ja exemplarisch nur eine von vielen Einschränkungen …

Weitere Schwierigkeiten folgen in den nächsten Tagen.

 

Einen schönen Tag (und gute Cholesterinwerte) wünscht Euch

Euer

 

Tarek J. Schakib-Ekbatan

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